Sichere und zuverlässige Feuchteüberwachung für Erdgastankstellen im Iran Die Zahl der Autos, die mit Erdgas betrieben werden, steigerte sich in den vergangenen Jahren weltweit. Selbst im Iran, einer der größten Erdölexporteure, werden nun zahlreiche Erdgastankstellen gebaut und bereits in Betrieb genommen. Deutsche Tankstellentechnik und vor allem Feuchtemesstechnik aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen dort zum Einsatz – ein Vertrauensbeweis für „Made in Germany“.
Auch im Nahen Osten werden neue Märkte für Erdgas geschaffen und das erstaunlicher Weise beim viertgrößten Erdölexporteur, dem Iran. Obwohl der Iran zu den ganz großen Erdölförderern gehört, ist auch dort das Benzin knapp. Ursache für die Treibstoffknappheit sind vor allem fehlende Raffineriekapazitäten, gepaart mit einer wachsenden Wirtschaft und dem auch dort rasch ansteigenden Individualverkehr. An einer Lösung des Problems wird auch seitens der Regierung gearbeitet. Bereits 2007 äußerte sich der Industrieminister zum Problem und sagte der amtlichen Nachrichtenagentur Irna, dass langfristig alle Autos und kleinere LKW in Iran auf Gas umgestellt werden sollen. Angesichts der Benzinknappheit sollen längerfristig nur noch Autos produziert und zugelassen werden, die auch (Bifuel) oder nur mit Erdgas (Monofuel) fahren können. Zur Sicherstellung der Kraftstoffversorgung wird sich der Staat für den Bau weiterer Erdgastankstellen engagieren.
Geschichte
Die Geschichte von Erdgas als Kraftstoff für Automobile reicht im Iran bis 1975 zurück. Damals startete ein erfolgreiches Pilotprojekt, bei dem 1.200 Taxis auf den Betrieb mit dem umweltschonenden Brennstoff CNG (Compressed Natural Gas) umgerüstet wurden. Mittlerweile gibt es laut einer Erhebung aus dem Jahr 2008 im gesamten Iran über 800.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Erdgasmotoren. Zur Erdgas-Versorgung stehen über 500 Tankstellen in praktisch allen größeren Städten des Landes zur Verfügung. Weitere 500 Tankstellen sind für die nächsten Jahre geplant. Heute sind die meisten im Iran zugelassenen Erdgasautos Nachrüstfahrzeuge. Zum Vergleich: in Deutschland werden ca. 800 Tankstellen betrieben, die Ende 2008 für ca. 75.000 Fahrzeuge das Erdgas ausgeben.
Die zu bauenden Anlagen im Iran
Bereits am 7. November 2008 wurden von Mohammad Rouyanian, dem Leiter der iranischen Behörde für Kraftstoffmanagement und Transport, die Rahmenbedingungen des Projekts bekannt gegeben. Zur Lösung der Kraftstoffengpässe sollen bis März 2009 alleine in der Hauptstadt Teheran 50 neue CNG Tankstellen gebaut werden. Ein Plan, der unter Zeitdruck steht. Daher mussten alle Bewerber, die am Bau dieser Anlagen beteiligt sein wollten auch die kurzfristige Lieferung zusagen können. Da die Anlagen der deutschen RMG schlüsselfertig, sowohl in Massivbauweise als auch zum Aufbau in Containern vorab montiert lieferbar sind, war dies ein Vorteil für das deutsche Anbietergespann. Auch suchten die Auftraggeber einen zuverlässigen Partner. Da spricht natürlich nicht nur das "Made in Germany" für sich. Die RMG Gruppe konnte auch durch zahlreiche erfolgreiche Referenzprojekte, insbesondere in der Region Naher Osten überzeugen.
Fahrzeugtechnik
Praktisch alle Kraftfahrzeuge mit Benzinmotoren können, zumindest rein theoretisch, für den alternativen Betrieb mit Erdgas umgerüstet werden. Im Wesentlichen besteht die Umrüstung aus einem einfach zu betankenden Erdgas-Vorratsbehälter, einem Zuleitungssystem zum Ansaugrohr des Verbrennungsmotors und einem Verdampfer mit Regelsystem, welches in das Motormanagement integriert wird. Problematisch, vor allem in unseren Breiten, ist die mögliche Vereisung des Regel- und Verdampfersystems. Daher muss der Kraftstoff unbedingt einen Taupunkt haben, der deutlich unterhalb der zu erwartenden Tiefsttemperaturen im Einsatzgebiet des Fahrzeugs bzw. der dortigen Klimazone liegt.
Die Umrüstung von Dieselmotoren gestaltet sich wesentlich komplizierter. Zur Zeit wird international an Direkteinspritzverfahren DING (Direct Injection Natural Gas) für flüssiges Erdgas gearbeitet. Das Verfahren ist in Kanada bereits in Erprobung. Einer baldigen Markteinführung dürfte also nichts mehr im Wege stehen. Ob und in wie weit sich das System zur Nachrüstung älterer Fahrzeuge eignet, ist offen.
Erdgasankstellen von WÄGA
Die Erdgastankstellen von WÄGA folgen der Firmenphilosophie der RMG-Gruppe. Es werden eigenentwickelte Systeme und Komponenten bevorzugt; die Technologie stammt aus der eigenen Gruppe. Wo das nicht möglich ist, wird ausschließlich auf erstklassige Partner gesetzt. Die Erfahrungen und Spezialkenntnisse der WÄGA ermöglichen ein exaktes und optimales Dimensionieren von individuellen Komponenten und kompletten Stationen.
CNG Aufbereitung
Der grundlegende Aufbau einer Erdgastankstelle ist schnell erklärt: Eine Erdgastankstelle entnimmt Erdgas aus dem örtlichen Gasnetz, komprimiert es in einem Verdichter auf 200 bis 300 bar und speichert es in einem angeschlossenen Zwischenspeichertank. Eine der wichtigsten Qualitätsanforderungen an Erdgas, welches zur Verwendung als verdichteter Kraftstoff für Fahrzeuge zum Einsatz kommt, ist nach ISO 15403-1 ein sehr niedriger Feuchtegehalt oder Taupunkt des komprimierten Gases (CNG). Daher kommen zum Verdichter noch eine Feuchteüberwachung und ein leistungsstarkes Trocknungsmodul hinzu. Das Trocknungsmodul setzt den Wassergehalt der aufzubereitenden Gase stark herab und vermeidet so insbesondere Korrosion und Hydratbildung. Zur Feuchteüberwachung wird der Easidew TX EX Transmitter von Michell Instruments eingesetzt. Nach der Entfeuchtung gelangt das CNG über Rohrleitungen zur Fülllinie und zu den vom Rest der Anlage weitestgehend unabhängig arbeitenden Zapfsäulen, mit der bekanten, integrierten Mess- und Überwachungstechnik.
Flammsicherheit
Da der Umgang mit dem leicht entflammbaren Erdgas besonderer Vorsicht bedarf, sind die meisten Bereiche der Tankstelle EX-klassifiziert. Der Kompressorraum ist als Ex-Zone 1 eingestuft, daher müssen alle dort befindlichen elektrischen Installationen flammsicher ausgeführt sein. Diesen Anforderungen muss auch die dort installierte Feuchteüberwachung entsprechen, der eigensichere Easidew TX EX Transmitter passt hier optimal. Er basiert auf Michell´s "Advanced Ceramic Moisture"-Sensor in Kombination mit einer hoch entwickelten Mikroprozessor-basierten Messelektronik und deckt einen Messbereich (kalibriert) von -100 bis +20 °C Taupunkttemperatur ab. In Kombination mit einer galvanischen Trennung für den Signal- und Versorgungs-Stromkreis nach IS/I/1/ABCD/T4-Standard nach, ist der Transmitter nach ATEX und FM zertifiziert (Ex II 1 G Ex IIC T4, -20 bis +60 °C ; Atex-Zertifikat Nr.: 06ATEX0330X). Vom Kompressorraum abgetrennt befindet sich die Steuerungszentrale der Anlage in einem eigenen gekapselten Bereich. Durch eine gasdichte Trennwand und durch gasdichte Kabelführungen sind beide Installationsbereiche sicher getrennt. Eine weitere Zone bilden die Zapfsäulen, die im Freien aufgebaut sind. Sie sind entsprechend der Klassifizierung für die Ex-Zone 2 ausgeführt.
Seit 1966 gehört die WÄGA Wärme-Gastechnik GmbH zur RMG GROUP. WÄGA plant und erstellt neben Standardanlagen zur Erdgasaufbereitung vor allem auch maßgeschneiderte, schlüsselfertige Gas-Druckregel- und -Messanlagen für die unterschiedlichsten Durchflussgrößen und Druckstufen. Seit 2006 ist die WÄGA weltweit im Bereich Erdgastankstellen tätig. Das Leistungsspektrum umfasst alle Bereiche einer CNG Tankstelle, beginnend bei der Konstruktion, über die Herstellung bis hin zur Inbetriebnahme und Wartung vor Ort.
Das technische Spektrum der schlüsselfertigen CNG Tankstellen von WÄGA:
Einlassdruck von 100 bar bis 200 bar
Kompressoren mit einer Leistung von 65 Nm³/h bis zu 7500 Nm³/h
Anschlussleistung von 22 kW bis 400kW
CNG Auslassdruck bis 300 bar
CNG Zapfsäulen entweder mit 0,3 kg/min bis 40kg/min oder von 1 kg/min bis 100kg/min Förderleistung.
Der Aufbau der Tankstellen kann entweder vor Ort in einem zu erstellendem Massivbau oder als Komplettlösung in schallgeschützten Containern beim Hersteller erfolgen. Andere Ausführungen können jederzeit auf Wunsch geplant und ausgeführt werden.
Michell Instruments, der de-facto Marktführer in diesem Bereich, liefert eine komplette Palette an eigensicheren Hygrometern, die speziell für den Einsatz in Erdgas-Trocknungseinrichtungen abgestimmt sind. Sie sind in Online-Ausführung oder auch portabel verfügbar. Michell Instruments konnte sich, auch auf Grund der abgerundeten Produktpalette, als Standardlieferant für diesen Wachstums-Markt etablieren.
Ref-Nr.: A02MI012009
Fachzeitschrift: MSR
Autor Michell Instruments GmbH
Rolf Kolass, GF
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